Was ist die Motivation für das Projekt 506 SATURN?

Das durch die aws geförderte Projekt ist eine durch Künstliche Intelligenz gestützte Software-as-a-Service-Lösung für Marketing-, Service- und Prozessoptimierung. Mit unserer KI-basierten SaaS-Lösung 506 SATURN wollen wir E-Commerce-Unternehmen im D-A-CH-Raum dabei helfen, einfach und kostengünstig ihre eigenen Online-Daten zu nutzen, um die für sie am besten passenden Kundengruppen datenschutzkonform (consent-based) anhand von First Party Data zu finden und Vorschläge für die bestmögliche Aktivierung unter Berücksichtigung eigener fachspezifischer Ethik-Standards vorzulegen.

Die Triebfeder für die Produktentwicklung von 506 SATURN als ethische Marketing-KI ist es, auch eine Alternative zur am Markt dominierenden Lösung von Google Analytics zu bieten. Unternehmen wird es ermöglicht, Analysen und Marketingservices unabhängig und ethisch-sauber auch mit eigenen sog. First Party Data, also mit Daten, die von der eigenen Website stammen und über die das Unternehmen selbst die Datenhoheit hat, umsetzen zu können. „Mit unserer ethischen Marketing-KI 506 SATURN wollen wir KI-basiertes sauberes und transparentes Online Marketing forcieren.“

Worum geht es beim Projekt 506 SATURN?

Zunächst werden die Rohdaten als First Party Data von Website-Besuchern über den Analytics- und Customer-Data-Anbieter sowie First Party Data Privacy-Marktführer Piwik PRO datenschutzkonform getrackt. 506 SATURN clustert und beschreibt dann mittels Machine-Learning-Modells aus den Rohdaten von Website-Besuchen automatisierte Segmente von Userinnen und Usern gleichen Verhaltens. Der Ansatz von 506 SATURN geht jedoch über sonst übliche UserInnen-Segmentierungen mittels Clusterverfahren hinaus, da er auch eine Interpretation der Cluster bietet, und zwar unter Einsatz eines ML-Verfahrens, das aus der Struktur der Daten lernt.

Um die gefundenen Segmente transparent zu beschreiben, analysiert und bewertet 506 SATURN das Bewegungsverhalten von anonymen und bekannten Besuchern und analysiert die betrachteten Inhalte. Daraus berechnet 506 SATURN einen Vorschlag über eine mögliche Zielgruppe und deren Interessen. Diese Segmente können dann passgenau unter Einhaltung ethischer Standards und der DSGVO mit Informationen bespielt werden.

Abbildung: Eigene Darstellung von 506

Wie nähern wir uns dem Ethik-Thema?

506 hat fachspezifische eigene Ethik-Guidelines entwickelt, die als Rahmen für die gesamte Projektabwicklung fungieren. Dabei wurden neben den geltenden relevanten Normen vor allem im Bereich Datenschutz-Grundverordnung, aber auch auf die Ethik-Leitlinien der hochrangigen Expertengruppe für Künstliche Intelligenz, eingesetzt von der Europäischen Kommission, Bezug genommen. Zudem wurden auch schon die maßgeblichen fachspezifischen Aspekte aus dem Entwurf eines KI-Gesetzes von der Europäischen Kommission vom 21. April 2021 antizipiert.

Aber auch der Ethik-Kodex der österreichischen Werbewirtschaft fungiert als wichtiger inhaltlicher Orientierungsrahmen der facheinschlägigen 506-Ethik-Guidelines für das Projekt 506 SATURN. Die Ethik-Guidelines fließen dabei in die Entwicklung, Anwendung und das Design des Projekts mit ein. „Ziel ist es dabei, dass UserInnen Vertrauen in unsere KI-basierte SaaS-Lösung mittels ,Trust by Design‘ entwickeln können.“

Die Rechtsgrundlage für die Verarbeitung der Daten der UserInnen ist die Einwilligung gemäß Art. 6 Abs. 1. lit. a DSGVO, welche die UserInnen bei Website-Besuchen mit der Abfrage über Cookie-Consent-Tools erteilen. Die Daten werden im Zuge der Segmentierung anonymisiert und unterliegen nicht den Bestimmungen der DSGVO.

Vor allem, dass der Mensch als „Human-in-the-Loop“ bei der Bewertung und Nutzung der automatisierten Beschreibung der von der KI identifizierten Segmente die Kontrolle hat, wird bei der Entwicklung von 506 SATURN von großer Bedeutung sein.

Interdisziplinäres Team und Forschungskooperation

Als Teil des Ansatzes zur Umsetzung von „Trust by Design“ wurde auf ein interdisziplinäres Team gesetzt, bestehend aus ExpertInnen in den Bereichen KI, Nachhaltigkeit und Digitales Marketing: Teil des Teams zur Entwicklung von 506 SATURN sind unter anderem der Technische Projektleiter KI-Experte Prof. Dr. (FH) Andreas Stöckl und Online Marketing Experte und CEO von 506 Gerhard Kürner.

Die FH OÖ Campus Hagenberg – Forschungsgruppe AIST ist im Forschungsbereich der wichtigste Kooperationspartner.

Kooperationsmöglichkeiten für weitere Testcases

Bisher konnten schon 3 Kooperationspartner in den unterschiedlichsten E-Commerce-Branchen als Testcases gewonnen werden. Da sich der Projektzeitraum von Juli 2021 bis Ende Februar 2022 erstreckt, können noch weitere interessierte E-Commerce-Unternehmen als Testcases von den Vorteilen des Projekts profitieren – allem voran mehr Customer-Insights über das Segmentierungsverfahren zu generieren. Die Go-to-Market-Strategie sieht so aus, dass die fertige SaaS-Lösung als Lizenzmodell mit Q2/2022 auf den Markt kommt. Bis Ende Q1 können wir im Beta-Test noch kostenlose „Friendly-User-Lösungen“ anbieten. „Wenn es interessierte E-Commerce-Unternehmen gibt, die sich als weitere Testcases am Projekt beteiligen wollen, freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme.“

„Mit unserer ethischen Marketing-KI 506 SATURN wollen wir KI-basiertes sauberes und transparentes Online Marketing forcieren.“

Heidrun Mühle

Projektleitung 506 SATURN

Fazit

Durch unsere KI-SaaS-Lösung 506 SATURN wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dem zunehmenden Anspruch an sauberes und transparentes Online Marketing in Zukunft besser gerecht zu werden. Dazu appellieren wir an alle interessierten E-Commerce-Unternehmen, die als Testcase bei der Erforschung einer ethisch agierenden Marketing-KI mitmachen wollen, bis spätestens Ende Q4/2021 mit uns Kontakt aufzunehmen.

Quellen und weiterführende Links:

Datenschutzgrundverordnung

Ethik-Guidelines für vertrauenswürdige KI der hochrangigen von der EK eingesetzten Expertengruppe

Entwurf eines KI-Gesetzes von der Europäischen Kommission vom 21. April 2021

Ethik-Kodex der österreichischen Werbewirtschaft

www.aws.at/service/cases/gefoerderte-projekte-auswahl/digitalisierung/506-data-performa nce/

www.506.ai/produkte/506-saturn

Was ist eine Customer Journey Map?

Die datenbasierte Customer Journey beschreibt als Begriff im Online Marketing die Reise und die einzelnen Schritte Ihres Kunden, die er unternimmt, bis er sich für den Kauf eines Produktes entscheidet. Und diese Journey wird im Rahmen einer Analyse visualisiert.

Die Analyse erfolgt dabei aus der Perspektive der Kundin/des Kunden. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, ist es einerseits wichtig, die tatsächliche Befriedigung von Bedürfnissen der Kundin/des Kunden bei der Lösung seiner Pain Points vor Augen zu haben. Andererseits wird zudem auch analysiert, wo sich die “richtigen” Kunden online aufhalten und wie sie im Rahmen der optimierten Customer Journey bestmöglich durch relevante, auf die Phasen abgestimmte Touchpoints überhaupt erreicht werden können.

Es werden mehrere Phasen – von der Awareness über Consideration, Evalution und Delight – durchlaufen, wobei der Kunde/die Kundin entlang der Journey entsprechend beeinflusst wird. Mit einer optimierten Journey kann es gelingen, dass aus “Strangers”, denen Ihr Produkt noch nicht bekannt ist und die mit Ihrem Produkt noch nicht in Kontakt gekommen sind, “Promoters” Ihrer Produkte werden.

Wie funktioniert der Digital Customer Journey Prozess?

Strategisch analysiert werden im Vorfeld die potenziellen Kundensegmente, also Ziel- und Bedarfsgruppen, auf die das Angebot abzielt, ehe für die praktische Nutzung innerhalb der geeigneten Touchpoints und Tools sogenannte „Audiences“ gebildet werden.

Besonders spannend ist dabei die Frage, wie Kunden auf ihrem Weg zum Kaufabschluss durch diverse Touchpoints „beeinflusst“ werden.

Die Antworten darauf hängen jeweils vom Einzelfall ab und können daher auch nicht verallgemeinert werden. Dass eine Customer Journey allerdings funktioniert, hängt im Wesentlichen davon ab, ob mit dem Produkt/Dienstleistung auch tatsächlich ein (veritables) Problem gelöst werden kann und dieses auch für die potenzielle Zielgruppe attraktiv genug ist.

“Besonders spannend ist dabei die Frage, wie Kunden auf ihrem Weg zum Kaufabschluss durch diverse Touchpoints ‘beeinflusst’ werden.”

Heidrun Mühle

PROJEKTMANAGERIN

Wofür ist eine datenbasierte Analyse von Online Marketingmaßnahmen gut?

Die Digitale Customer Journey wird “gemappt”: Das bedeutet, dass mittels Visualisierungen entscheidungskritische “Moments of Truth” – sogenannte Momente der Wahrheit – identifiziert werden, in denen sich Kundinnen und Kunden für oder gegen Handlungen entscheiden. Relevant sind bei der Optimierung der Customer Journey aber auch sogenannte Key Performance Indicators (KPIs) – also Leistungskennzahlen im Online Marketing, die im Marketing-Controlling dabei helfen, den Kosten-Nutzen-Faktor von Online Marketing Maßnahmen sukzessive zu optimieren.

Fazit

Durch die bessere Nachvollziehbarkeit der Customer Journey können Marketingstrategien besser auf die verschiedenen Touchpoints bzw. Online Marketing Kanäle (Facebook, Instagram, Google etc.) abgestimmt werden. So kann die Kundin/der Kunde effektiver durch die Kanäle bzw. Touchpoints zur gewünschten Handlung hingeführt werden.

Quellen

Beilharz, F. et al. (2020): Online Marketing Manager. Handbuch für die Praxis.
Brunner, M. (2019): Customer Journey 4.0: Wie Sie die Customer Journey Map erstellen und die Customer Experience verbessern.
Zinkann, R./ Mahadevan, M. (2018): Zukünftige Customer Journeys und deren Implikationen für die Unternehmenspraxis. Zitiert in: Bruhn, M./Kirchgeorg M. (2018): Marketing Weiterdenken Zukunftspfade für eine marktorientierte Unternehmensführung. Springer Verlag. Wiesbaden.

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